Signatur der Heiligenpflege Signatur des Spitals

Signets des hl. Matthias, der für die Kirchenpflege steht, und des Spitals zur Kennzeichnung ihrer zehntpflichtigen Gewanne
Bilder: Peter Fendrich, Quelle: Aussfeldkarte (1752)

 

 

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Siehe auch Pfarrhaus I,
Thema des Jahres 2017

Kirchliche Verwaltung

Kirchliche Verwaltung:

Landkapitel, Spital und Superintendenz

Landkapitel Grüningen

Bartholomäuskirche und Pfarrhof bildeten einst das Zentrum des Landkapitels Grüningen im Archidiakonat Trinitatis der Diözese Speyer. Dieses Archidiakonat war dem „Stift zu Allerheiligen“ in Speyer vorbehalten und soll von Bischof Sigebodo (von 1038 bis 1051 im Amt) gegründet worden sein. Das ursprünglich fränkische Bistum hatte für seine südliche Abgrenzung die um 500 fixierte fränkisch-alemannische Demarkationslinie übernommen, die von der Oos kommend bei Maichingen nach Nordosten verschwenkte und etwa ab Eltingen der Glems nach Norden folgte, bei Schwieberdingen wieder nach Osten verschwenkte und südlich am Asperg vorbei zum Lemberg führte.

Zum Landkapitel Grüningen gehörten die Pfarreien, Filialkirchen und Kapellen in Asperg, Beisheim (Wüstung bei Leonberg), Ditzingen, Dulcheshausen (Wüstung bei Leonberg), Eglosheim, Eltingen, Gebersheim, Grüningen, Heimerdingen, Hemmingen, Hirschlanden, Hochdorf, Höfingen, Rutesheim, Schöckingen, Talhausen, Tamm und in der 1248 gegründeten Stadt Leonberg. Ab wann das rechts der Glems gelegene Schwieberdingen zum Landkapitel Grüningen zählte, ist ebenso ungeklärt wie die Einordnung der eng mit Grüningen verknüpften Wüstung Vöhingen östlich von Schwieberdingen. Im Spätmittelalter erwarb das Grüninger Heilig-Geist-Spital Filialkirchen in Mühlhausen an der Enz (Landkapitel Pforzheim) sowie in Remmigheim, Bissingen und Bietigheim hinzu, die zum Landkapitel Vaihingen gehörten.

Zur Grüninger Pfarrei zählten neben „Leutpriester“ und Vikar um die zwölf Kaplane, die nicht nur die zahlreichen Altäre in der Bartholomäuskirche betreuten, sondern auch Gottesdienste in umliegenden Kirchen und Kapellen wie in Bietigheim, Tamm, Vöhingen, Talhausen bzw. in der Sankt-Johanns-Kapelle bei der Schlüsselburg und in der Kapelle der ehemaligen Reichsburg verrichteten.

Heilig-Geist-Spital

Als zweites geistliches Zentrum hatte sich in der Stadt das Heilig-Geist-Spital vom Orden des Heiligen Geistes in Sachsen zu Rom etabliert, das nicht dem Dekan des Landkapitels untergeordnet war. Anstatt dem Bischof von Speyer war es in geistlichen Dingen dem Ordensmeister des elsässischen Klosters Stephansfeld bzw. dem Großmeister in Rom Rechenschaft schuldig. Dessen ungeachtet versprach neben dem Großmeister in Rom auch der Speyrer Bischof Friedrich von Bolanden 1301 allen Mäzenen, die die Fertigstellung der Spitalkirche unterstützten, 40 Tage Ablass. Die Kastvogtei oblag den Grafen und Herzögen von Württemberg. Die umfangreichen Privilegien des Spitals ermöglichten den mobilen Ordensbrüdern, überall und vorrangig zu predigen und das Opfer einzunehmen, die Beichte abzunehmen und den Ablass zu erteilen, sowie den ungehinderten Bettel im östlichen Teil des Bistums Speyer, aber auch in weiten Teilen des Bistums Konstanz. Mit seinen phasenweise hohen Erträgen hatte sich das Grüninger Spital auch Zugriff auf Kirchen verschafft: Neben der Mühlhausener Kirche außerhalb des Archidiakonats gehörten die Peterskirche in Bietigheim, die Bissinger Kilianskirche und die Remmigheimer Jakobskirche im Landkapitel Vaihingen zum Grüninger Spital. Nach der Reformation stritten Herzog und Bürgerschaft unter Berufung auf ihre jeweiligen Stiftungen darum, ob das Sptal in staatliche oder städtische Hand kommen sollte. Das Ergebnis war ein Kompromiss: 1552 übergab es Herzog Christoph in städtische Hand, behielt aber die Finanzaufsicht. So wurde der Spitalhaushalt bis ins 20. Jahrhundert getrennt vom städtischen Haushalt verwaltet.

Spezialsuperintendenz Grüningen

Nach der Synodalordnung von 1547 bildeten Markgröningen, Asperg, Bietigheim und Vaihingen ein Dekanat. Um 1577 wurde mit der Errichtung der Generalsuperintendenz Maulbronn die Spezialsuperintendenz Grüningen geschaffen. Das Dekanat Markgröningen umfasste um 1700 Asperg, Beihingen, Bissingen, Eglosheim, Heutingsheim, Möglingen, Münchingen, Oßweil, Pflugfelden, Schwieberdingen, Stammheim Tamm und ab 1739 auch Unterriexingen. Asperg, Eglosheim, Oßweil, Pflugfelden und Möglingen wurden 1722 bzw. 1762 der neu errichteten Spezialsuperintendenz Ludwigsburg zugeteilt. Seit 1810 dem neuerrichteten Generalat Heilbronn zugeordnet, wurde das Dekanat Markgröningen 1812 aufgehoben. Seine Gemeinden wurden großteils in das Dekanat Ludwigsburg eingegliedert.

In seiner Stadtgeschichte beschrieb Ludwig Heyd das geistliche Wirken im Kapitel Von dem Kirchlichen.

Pastores ab 1533

Liste der Pfarrer ab Reinhard Gaißer (1533-2017). Manuskript im Pfarrhaus I
Bild: Peter Fendrich

 

 

 

Bartholomaeuskirche vom Spitalturm

Die Bartholomäuskirche war das geistliche Zentrum eines Landkapitels und nach der Reformation einer evangelischen Spezialsuperintendenz
Bild: Peter Fendrich

Landkapitel Grüningen

Landkapitel Grüningen im Archidiakonat Trinitatis der Diözese Speyer. Die Kirchen in Bietigheim, Bissingen, Remmigheim und Mühlhausen an der Enz waren im ausgehenden Mittelalter Filialen des Heilig-Geist-Spitals. Ortsmarkierungen ohne zentralen Punkt bezeichnen Siedlungen ohne Kirche [zum Vergrößern hier anklicken]
Bild: Peter Fendrich, Vorlage: Franz X. Glasschröder, Wikimedia

Spital

Heilig-Geist-Spital von Südwesten (2015), Diese Ansicht wurde durch ein Investorenprojekt
Bild: Peter Fendrich

Bezirk der Spezialsuperintendenz nach 1736
Bild: Peter Fendrich

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