Heyd Stadtgeschichte

Titel der 1992 erschienenen Faksimile-Ausgabe von Heyds Stadtgeschichte
Bild: AGD

Roemer I

Im Stil der Zeit: Titel von Band I der 1933 gedruckten  Stadtgeschichte von Römer
Bild: Renczes

Gerhard Gutscher

Gerhard Gutscher (Passfoto)
Quelle: Fundus Hilde Fendrich

Geschichtsschreiber 

Geschichtsschreiber

Von Grüninger und Frischlin über Heyd und Roemer zum AGD

Die ersten geographischen Kurzportraits Grüningens stammen von Hans Grüninger, der „Grieningen” mit seinem großen Markt 1527 in der „Uslegung der Mercarthen” von Lorenz Fries platzierte, und von Martin Zeiller, der die Stadt 1643 in der Topographia Sueviae von Matthäus Merian beschrieb. Beide führen bereits die Alternativbezeichnung „Marckt Grieningen” bzw. „Marckt Gröningen” an, die sich im 19. Jahrhundert mit verschlucktem t offiziell etablierte.

Der vielerorts und kurzzeitig wohl auch in Grüningen beschäftigte Schulmeister und Historiker Jakob Frischlin steuerte in seiner 1599 erschienenen Geschichte der Grafen von Württemberg die erste Schilderung des Schäferlaufs bei. Tobias Gänsschopff, Schulmeister und Organist in Gröningen, lieferte 1656 wertvolle statistische Daten in seiner Beschreibung des hochlöbl. Fürstenthums Württembergs (PDF, 10 MB).

Der Pfarrer und Geograph Philipp Röder veröffentlichte zwei Lexikonbeiträge über Stadt und Amt Gröningen: 1787 in der Geographie und Statistik Wirtembergs und 1791 im Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Schwaben.

Ludwig Heyd
Ludwig Friedrich Heyd
(1792 bis 1842) war Historiker und Theologe, der als evangelischer Stadtpfarrer in Markgröningen 1829 die erste Stadtgeschichte (Transkript als PDF) sowie einige Werke zur Landesgeschichte und die Geschichte der Grafen von Gröningen (PDF) publizierte. Heyd betrieb intensives Quellenstudium und betonte dies – offenbar als Wink an zeitgenössische Geschichtsschreiber – im Untertitel einiger seiner Werke, die er konsequent mit Fußnoten versah.

Heyds Ansinnen, sich auch beruflich der Geschichtswissenschaft zu widmen, wurde von der Obrigkeit 1830 ebenso abschlägig beschieden wie der Antrag des Markgröninger Stadtrats, ihn ob seiner wissenschaftlichen Verdienste zu ehren. Die in seiner Stadtgeschichte offenbar zu respektlos geäußerte Kritik an der landesherrlichen Raumordnung zulasten Markgröningens war politisch nicht opportun und wurde ihm laut Lenk in den maßgeblichen Kreisen „verübelt“. Seine Geschichte der Grafen von Gröningen, mit der er Johann Memmingers Namensherleitung dieser Württemberger Seitenlinie widerlegte, passte ebenso wenig in die politische Landschaft und fand danach nicht mehr die verdiente Beachtung. Neuere Untersuchungen bestätigen seine quellenbasierte Arbeit großteils.

Der AGD Markgröningen hat Heyds Geschichte der vormaligen Oberamtsstadt Markgröningen zum 200-jährigen Heyd-Geburtstag 1992 als Faksimile-Ausgabe neu aufgelegt und in einer Broschüre einige mit „Louis“ unterzeichnete Briefe an seine Familie veröffentlicht, in denen Heyd von seinen 1816 bis 1839 unternommenen Forschungsreisen berichtete.

Hermann Roemer
Hermann Roemer (1880-1958), ebenfalls Theologe und Historiker, hat Heyds stadthistorische Werke rund 100 Jahre später fortgeschrieben. 1930 veröffentlichte der Hochschullehrer am Markgröninger Seminar Band II seines Hauptwerks Markgröningen im Rahmen der Landesgeschichte, 1550–1750. 1933 folgte Band I zu Urgeschichte und Mittelalter. Besonders hervorgehoben hat er den Stadtpfarrer Reinhard Gaißer und den Drucker Hans Grüninger, die im ausgehenden Mittelalter von sich reden machten.

Darüber hinaus verfasste Roemer zahlreiche Zeitschriftenaufsätze und publizierte Ortsgeschichten für Bietigheim und Oberriexingen.

Gerhard Gutscher
Mit seinen dokumentarischen Aufnahmen vom Landleben vor und nach dem Zweiten Weltkrieg hat der Bauer und leidenschaftliche Fotograf Gerhard Gutscher (1907-1996) vom Hardt-Schönbühlhof ebenfalls Lokalgeschichte geschrieben. In der AGD-Galerie Land und Leute werden einige seiner ausdrucksstarken und historisch wertvollen Aufnahmen vorgestellt. Im Stadtarchiv kann man weitere Bilder anschauen. Hilde Fendrich hat 1999 eine schwungvolle Kurzbiographie verfasst (PDF).

AGD Markgröningen
Seit der Vereinsgründung 1969 trieben die AGD-Vorsitzenden Erich Tomschik, Werner Feil, Hilde Fendrich und Günter Frank die Stadtgeschichtsschreibung weiter voran. Neben Tomschik und Fendrich, die die Reihe Durch die Stadtbrille ins Leben rief, sind Gerhard Liebler, die Stadtarchivarin Dr. Petra Schad und Elsbeth Sieb die Autoren mit den meisten Veröffentlichungen.

Zahlreiche Aufsätze sind als PDF im Artikel-Archiv abgelegt.

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Kupferstich von 1643 mit Erinnerungslücken: Falsch wiedergegeben sind vor allem die Spitalkirche, das Ostertor und der Standort des Haspelturms
Bild: Matthäus Merian der Ältere

Grüninger

Artikel-Anfang des von Grüninger 1527 verfassten Eintrags: „Von Margt Grieningen das 52. Cap.”
Bild: AGD

Die Historiker Ludwig Heyd und Hermann Roemer schufen die Basis für die Stadtgeschichtschreibung
Bilder: AGD

A

Pflügen mit Pferdegespann

Pflügen mit zwei PS beim Hardthof
Bild: Gerhard Gutscher, Quelle: ECOregio

Ochsengespann

Mit dem Ochsengespann zum Hardthof
Bild: Gerhard Gutscher, Quelle: ECOregio

Weitere Bilder in der Galerie Land und Leute